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Unser Haus trägt den Namen der heiligen Klara von Assisi (1193 - 1253). Sie gründete 1212 den weiblichen Zweig der franziskanischen Familie. Wie Franziskus war sie erfüllt von einer tiefen Liebe zu Gott. Sie lebte radikal arm und betrachtete alle Menschen als Geschwister. Als erste Frau schrieb sie eine eigene Ordensregel, setzte sich ein für Frieden, Gewaltfreiheit und gerechte Beziehungen.

Das wohl von Peter Speeth (1772 - 1831) erbaute so genannte Schlösschen neben Haus Klara ist die Wiege unserer Kongregation der Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu vom Regulierten Dritten Orden des heiligen Franziskus. Hier eröffnete die Würzburgerin Antonia Werr (1813 - 1868) 1855 eine Einrichtung für strafentlassene und verwahrloste Frauen. Zusammen mit Gleichgesinnten ermöglichte sie ihnen einen neuen Anfang.

Als Oberzeller Franziskanerinnen verstehen wir uns bis heute als Anwältinnen, Seelsorgerinnen und Begleiterinnen für Mädchen und Frauen, die – aus welchen Gründen auch immer – in Not geraten sind. Auch Seelsorge, Bildung und Gastfreundschaft zählen zu den sozial-pastoralen Aufgaben der Schwestern.

Haus Klara befindet sich auf dem Gelände des Klosters Oberzell, das 1128 durch zwei Würzburger Brüder nach einem Aufenthalt des Norbert von Xanten (um 1080 - 1134) in der Stadt gegründet wurde. Bis zur Säkularisation befand sich hier ein Prämonstratenserstift. Anschließend wurden Kirche und Konventbau industriell als Druckmaschinenfabrik genutzt, bevor sie 1901 in das Eigentum unserer Gemeinschaft übergingen.

Die ehemalige klösterliche Ökonomie wurde erst 1972 von der Kongregation erworben. Einige Jahre später wurden Scheune und Stallungen zu einem Exerzitien- und Bildungshaus umgebaut und 1981 eröffnet. Erhalten blieb das Gebälk im Klara-Saal, wo sich ursprünglich das Kelterhaus der Abtei befand. Der große Meditationsraum barg einst zwei Getreideböden.

Der barocke Dachstuhl stammt wohl vom Hofbaumeister Joseph Greissing (1664 - 1721), dem führenden Architekten des Barocks in Franken vor Balthasar Neumann. Haus Klara wurde 2011 - 2012 generalsaniert und modernisiert, damit Sie auch in Zukunft tagen können, wo der Mensch zählt.

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